„In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko neu aufgelegt!

Die „Odyssee“: Wege und Irrwege der Autorin in einer aus den Fugen geratenen Welt …

Der lange Weg der Protagonistin Emma Wagner beginnt 1944 in Marienheim in der Ukraine und verläuft weiter über Bessarabien, Rumänien, Ungarn, Polen bis nach Dresden, dann macht er einen Knick, schlängelt sich über Polen nach Russland zurück und zieht sich von Kostroma über den Ural, West- und Ostsibirien bis hin zum Ochotskischen Meer, strebt dann gen Norden über Magadan Richtung Kolyma. Erst 1956 kehrt etwas Ruhe ein, der Weg bringt die Protagonistin langsam und schrittweise zurück in den Westen – zunächst in den Ural, dann nach Moldawien, in die Nähe der ukrainischen Heimat ihrer Eltern, und schließlich nach Deutschland, den Endpunkt ihrer Irrungen. Hier hat sie Wurzeln geschlagen, und ihre Wege führen sie nur noch in die vielen Urlaubsländer, aus denen sie immer wieder gerne heimkehrt. Dieses Buch ist eine bearbeitete und verbesserte Ausgabe der Trilogie („Die geraubte Kindheit“, „Am anderen Ende der Welt“ und „Wo ist das Land …“), die bereits 2018 im Ratio-books erschienen ist und in kurzer Zeit über die Grenzen hinaus bekannt und vergriffen wurde. Der BKDR Verlag nahm sich nun der Neuauflage an, weil das Buch „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko eines der wichtigsten Werke darstellt, die nach 2000 über das Schicksal der Deutschen aus und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in Deutschland erschienen sind. Die neue Ausgabe ist ab dem 21. Januar 2026 verfügbar.

Die Autorin:

(c) Foto: Privatarchiv der Autorin.

Nelli Kossko wurde 1937 in einer deutschen Siedlung in der Ukraine am Schwarzen Meer geboren. Ihr Vater, Oskar Maser, war Deutschlehrer. 1937 war er den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen. Nach Kriegsausbruch mit der Sowjetunion und dem Vormarsch der Wehrmacht wurde Nelli Kossko zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland ausgesiedelt, jedoch nach Kriegsende in die UdSSR zurück verschleppt. Die Sowjets verbannten die Familie in den Norden des europäischen Teils Russlands und anschließend auf die Kolyma im Fernen Osten. Erst nach Stalins Tod durfte Nelli Kossko 1956 den Verbannungsort an der Behring-Straße verlassen und ein Germanistik- und Anglistikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Swerdlowsk/Ural aufnehmen. Nach Abschluss des Studiums unterrichtete sie Deutsch und deutsche Literatur an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen der UdSSR. 1975 gelang es Nelli Kossko (nach mehreren abgelehnten Ausreiseanträgen) mit ihrer Familie, nach Deutschland auszuwandern.

Hier war sie mehr als 20 Jahle lang als Redakteurin der Ost-Europa-Redaktion der „Deutschen Welle“ beschäftigt. Mitte der 90er-Jahre, bereits im Ruhestand, gründete sie die Aussiedlerzeitung „Ost-Express“ (Wostotschny Ekspress) und leitete das Blatt erfolgreich mehrere Jahre lang als Herausgeberin und Chefredakteurin. Bekannt wurde Nelli Kossko als Verfasserin von zahlreichen Radiosendungen, Berichten, Artikeln und Erzählungen in verschiedenen Zeitungen und Anthologien. Seit vielen Jahren setzt sie sich für eine bessere Verständigung zwischen den zugereisten Deutschen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR und den Einheimischen ein. Der Grund für ihr Engagement in diesem Bereich sind Erfahrungen, die sie während des Zweiten Weltkriegs- und in der Nachkriegszeit gemacht hatte und die sie später schriftstellerisch verarbeitete. Für ihr bemerkenswertes Lebenswerk und unermüdliches Engagement erhielt Nelli Kossko u. a. im Jahre 2008 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

ISBN 978-3-948589-592, Bestellnummer: 9592, Fester Einband, 396 Seiten, Preis: 22,- EUR.

Bestellbar entweder direkt über den BKDR Verlag per E-Mail an kontakt@bkdr.de, unter Tel.: (+49)911.89219599 oder regulär über den deutschen Buchhandel.

Leseprobe siehe unter:

www.bkdr.de/in-den-fangen-der-zeit-n-kossko/