Die letzte Buchveröffentlichung des verstorbenen Autors Heinrich Rahn

Märchen im Rhein-Main-Gebiet und aus anderen Sphären

Eine Märchensammlung

Geest-Verlag 2021

ISBN 978-3-86685-879-4, 160 S.

7 Farbilder, 12,80 Euro

Jeder von uns ist mit Märchen aufgewachsen, Prinzen und Prinzessinnen, die durch wundersame Welten reisen, und mit Hilfe von Kobolden und Zauberern zueinander finden. Wussten Sie jedoch, dass dies nicht nur in fernen, phantastischen Welten geschieht, sondern auch mitten unter uns, im Rhein Main Gebiet? Heinrich Rahn hat auf seinen Wanderungen durch die Wälder rund um Wiesbaden der Natur gelauscht, die ihm ihre Märchen zuflüsterte. Er schrieb sie schnell auf, um sie nicht zu vergessen und hier sind sie für alle, die wissen wollen, wieviel Magie es bei uns gibt. Da sind die Feen von Sauerland, die eine junge Mühlerstochter begleiten und ein Geheimnis ihrer Vergangenheit am weißen Berg im Dotzheimer Wald enthüllen. Und da ist eine trotzige Kletterprinzessin, die auf den höchsten Berg im Frauensteiner Wald klettert und dabei einen Berggeist aufscheucht. Und dann gibt’s da Lucky, einen kleinen schwarzen Kater, der mitten im Dotzheimer Wald lebt und sein Territorium vor Schurken verteidigt. Doch es geht auch in fremde Länder, die der Elben und Elfen und vieles mehr…

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Ausschreibung für den Literaturalmanach 2022

Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland und das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland sammeln Beträge für den nächsten Literaturalmanach (2022).

Provisorischer Arbeitstitel des Buches lautet: „Hier war ich … Dort bin ich!“

Einsendeschluss: 31.03.2022
   
Wir sammeln für den nächsten deutschsprachigen Literaturalmanach unveröffentlichte Beiträge aller Art: Prosa, Gedichte, Essays, Rezensionen, Interviews, Nachdichtungen, kulturhistorische Beiträge in deutscher Sprache und auch Bilder von Künstlern (Bilder bitte im jpg- oder tiff-Format zusenden).

Das Thema der Beiträge kann zwar grundsätzlich frei gewählt werden, es ist jedoch wünschenswert, wenn sie Themenschwerpunkte wie deutsche Spuren in den UdSSR-Nachfolgestaaten, Vertreibung, das Ein- und Zusammenleben mit anderen Menschen in Deutschland etc. aufgreifen und sich unter anderem mit der Identitätsfindung und Suche nach dem eigenen Platz in der neuen Heimat befassen.

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Unser Autor, Heinrich Rahn, ist am 3. Januar 2022 verstorben

(c) Privat. Familie Rahn

Das Jahr 2022 begann für uns alle mit einer sehr traurigen Nachricht. Heinrich Rahn, unser langjähriges Mitglied, ausgezeichneter Autor und einfach nur ein netter, liebenswürdiger Mensch mit einem großen Herzen ist am 3. Januar im Alter von 78 Jahren plötzlich von uns gegangen.

1943 im Dorf Sparau, Ukraine, in einer deutschen Familie geboren, wurde er als Kind mit seinen Eltern nach Nordsibirien deportiert, später kam die Familie nach Kasachstan, denn die Rückkehr in den Heimatort war ihnen von der kommunistischer Führung verwehrt. In der Stadt Schtschutschinsk absolvierte Heinrich Rahn 1965 eine Ingenieurschule und arbeitete danach in verschiedenen Betrieben als leitender Bauingenieur. Ab 1990 lebte er in Deutschland und war bis zu seinem Ruhestand in verschiedenen Architekturbüros tätig. Zuletzt lebte er in Wiesbaden und konnte sich erst im Ruhestand ganz auf seine schriftstellerische Tätigkeit konzentrieren. Im Geest-Verlag erschienen folgende Romane von ihm: Der Jukagire (2008), Aufzug Süd-Nord (2011), Die Birkeninsel (2018). Heinrich Rahn wurde ab 2015 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert und konnte dank dieser Förderung seinen Roman „Die Birkeninsel“ und die kürzlich erschienene Sammlung „Märchen im Rhein-Main-Gebiet und aus anderen Sphären“ fertigstellen.

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Literaturalmanach der Deutschen aus Russland (2021) mit dem Titel „Im Wandel des WIRs“ erschienen

Mit Beiträgen von Julia Schimpf, Katharina Peters, Nelli Kossko, Monika Mannel, Max Schatz, Melitta L. Roth, Sascha Preiß, Katharina Fast-Friesen, Carola Jürchott, Agnes Gossen, Lia Frank, Wendelin Mangold, Sergej Tenjatnikow, Andreas A. Peters, Artur Rosenstern, Sigune Schnabel, Lydia Galochkina, Natalia Breininger, Siggi Liersch, Natalja Kiefel, Waldemar Masson, Rose Ananitschev, Artur Weigandt, Ida Häusser, Marina Rempel, Alexander Reiser, Irene Kreker, Eduard Kessler, Ilona Walger, Annelore Engel-Braunschmidt, Elena Seifert.

Der neue Literaturalmanach der Deutschen aus Russland (2021) mit dem Titel „Im Wandel des WIRs“ ist im Dezember 2021 im BKDR Verlag erschienen.

Historikerinnen und Historiker haben unlängst darauf hingewiesen, dass das Leben und die Kultur der Sowjet- bzw. der Russlanddeutschen in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung der UdSSR bisher nicht ausreichend erforscht sei. Vor diesem Hintergrund haben die Berichte, die z.B. die Kindheit oder das Alltagsleben in der Sowjetunion oder Russland zum Thema machen und die der Literaturkreis der Deutschen aus Russland in seinen Jahrbüchern immer wieder präsentiert, ihren eigenen historischen Wert. Ohne authentische Zeitzeugenberichte und Interviews sowie ohne literarische Darstellungen, wäre die Erforschung der Kulturgeschichte mancher Ethnien und Minderheiten freilich sehr mühsam bis gänzlich unmöglich.

Literarische Darstellungen, Prosa und Lyrik, vorwiegend aus der Feder von zugewanderten Deutschen sowie literaturhistorische Essays von etablierten Literaturwissenschaftlerinnen, Annelore Engel-Braunschmidt und Elena Seifert, runden diese Almanach-Ausgabe des Literaturkreises ab und machen sie zu einer ausgewogenen, wertvollen Mischung für jeden, der sich für den osteuropäischen oder russischsprachigen Kulturraum interessiert. Hrsg. von Artur Böpple und dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. in Kooperation mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (unter redaktioneller Mitarbeit von Carola Jürchott und Melitta L. Roth).

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Sind Einheiten wirklich einerlei?

Das Erste, das uns unser Physiklehrer, ein Urberliner vom alten Schlage, in der 6. Klasse über Geschwindigkeit beibrachte, war die Tatsache, dass die Bezeichnung „Stundenkilometer“, die einem auf den ersten Blick völlig normal erscheint, weil sie sich über viele Jahrzehnte eingebürgert hat, physikalisch falsch ist. Schließlich suggeriert sie, dass die Stunden als Einheit mit den Kilometern multipliziert werden, was natürlich nicht der Fall ist. Korrekt heißt es nach wie vor „Kilometer pro Stunde“, und die entsprechende Einheit wird auch als Bruch geschrieben: „km/h“. Anders verhält es sich bei der Kilowattstunde, deren Symbol „kWh“ tatsächlich ein mathematisches Produkt ausdrückt, denn hier wird wirklich die Einheit Watt (oder in diesem Fall Kilowatt) für die Leistung mit der Zeiteinheit multipliziert. Deshalb ist die im Russischen häufig anzutreffende Schreibweise „кВт/ч“ genauso falsch wie die Bezeichnung „Stundenkilometer“ im ersten Beispiel. Richtig wäre an dieser Stelle ausschließlich „кВт⋅ч“.

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Kennen Sie Karfiol?

Regierungskrisen in Österreich kann man sich von Deutschland aus zugegebenermaßen mit einer gewissen Gelassenheit ansehen. Für mich aber hatte die bisher letzte ihrer Art durchaus interessante Züge, hat sie doch bei mir zu einigem Erkenntnisgewinn auf sprachlicher Ebene beigetragen.
Natürlich weiß ich seit meinem ersten Aufenthalt in der Alpenrepublik vor mehr als 30 Jahren, dass Schlagsahne dort „Schlagobers“ heißt und Blumenkohl „Karfiol“. Schließlich hatte ich bei meinem ersten Blick in eine österreichische Speisekarte das unvergessliche Gefühl, in diesem Fall auch für das Deutsche ein Wörterbuch zu brauchen. (Für alle Liebhaber der Lexikografie: Es gibt tatsächlich ein Wörterbuch Österreichisch-Deutsch.)

Natürlich kann man sich die Bedeutung des „Erdapfels“ im Zweifelsfall erschließen. Schwieriger wird es da schon bei der Tomate, die in Österreich „Paradeiser“ heißt, und spätestens, wenn man in einem Kaffeehaus ein Heißgetränk bestellen möchte, ist man als „Piefke“, wie eingefleischte Österreicher uns Deutsche auch schon einmal ironisch oder abschätzig nennen, geneigt, angesichts der Fülle der „Schwarzen“, „Braunen“, „Einspänner“, „Kapuziner“ und „Verlängerten“ die Waffen zu strecken.

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Dativ oder Genitiv – wer ist wessen Tod?

Der Titel der bekannten Buchreihe, demzufolge der Dativ dem Genitiv nach dem Leben trachtet, ist sicher jedem sprachlich Interessierten geläufig. Doch besteht diese „Lebensgefahr“ wirklich nur für den Genitiv, oder ist es nicht manchmal auch umgekehrt? Aufschluss bietet in dieser Frage ein grammatikalischer Fehler, der interessanterweise Muttersprachlern sowohl des Deutschen als auch des Russischen immer wieder unterläuft – jedem in seiner Sprache.
Wie man im Russischen immer wieder hört und leider auch liest, dass nach „согласно“ ein Genitiv angeschlossen wird („согласно чего?“), sehen sich auch im Deutschen viele bemüßigt, sowohl nach der Präposition „entsprechend“ als auch nach „laut“ bei einem Maskulinum oder einem Neutrum mit einem „des“ fortzufahren. (Bei femininen Substantiven stellt sich die Frage zumindest im Singular nicht, weil der Artikel in beiden Fällen – Genitiv und Dativ – „der“ lautet.)

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Wenn Demonstratives zu demonstrativ wird

Demonstrationen entsprechen dem Zeitgeist – daran besteht kein Zweifel, und natürlich macht der Zeitgeist auch vor der Sprache nicht halt. Dennoch ist es hier wie so oft im Leben: Zu viel des Guten kann leicht ins Gegenteil umschlagen. Und auch wenn es in diesem Blog natürlich in allererster Linie um die geschriebene Sprache geht, möchte ich heute gern ein Phänomen aufgreifen, das in der gesprochenen Sprache der Medien, also in Funk und Fernsehen, immer stärker um sich greift.
Die Demonstrativpronomina des Deutschen sind hinlänglich bekannt: „dieses“ und „jenes“ in all ihren Formen. Mit einer bestimmten Betonung können aber auch andere Wortarten in der Kommunikation ihre Funktion übernehmen, zum Beispiel bestimmte Artikel oder Adverbien. Möchte man eine solche Verwendung in der Schriftsprache kenntlich machen, bleibt einem häufig nichts anderes übrig, als sie eindeutig zu markieren, entweder verbal:
„Du willst die Bluse anziehen?“, fragte sie entsetzt.
oder typografisch:
„Du willst DIE Bluse anziehen?“

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Artur Rosensterns „Die Rache der Baba Jaga“ – eine Rezension

Begegnet man in der heutigen Welt einer leibhaftigen Hexe, so handelt es sich um die Schwiegermutter – so erging es zumindest Gisbert. Eher stolpernd als schreitend wird er zum Helden des deutsch-ukrainischen Liebesromans aus der Feder von Artur Rosenstern. Ein köstliches Lesevergnügen mit  hohem Fremdschäm-Faktor…

Ein Gastbeitrag von Tatjana Schmalz

In Liebesfragen sind keine sinnvollen Ratschläge einzuholen. Andernfalls ließe sich doch die Koexistenz zweier grundverschiedener Spruchweisheiten erklären: „Gleich und gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“. Voller Gegensätze steckt auch die Beziehung zwischen dem Versager Gisbert und der ukrainischen Überfliegerin Julia. Dass ein Mann überhaupt auf eine Maid weit oberhalb seiner Liga schielt, kennt man sonst nur aus russischen Volksmärchen. Darin erobert der Bauernsohn Iwan-Dummkopf auf wundersame Weise die wunderschöne und weise Königstochter, doch der Weg dahin ist natürlich niemals asphaltiert …

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Prozente, Prozente

Keine Angst, liebe Leserinnen und Leser – so reißerisch, wie der Titel es vermuten lassen könnte, wird dieser Beitrag ganz bestimmt nicht. Vielmehr geht es wieder einmal um Mathematik im weitesten Sinne, und zwar in diesem Fall um die Besonderheiten der Prozentrechnung im Russischen und im Deutschen. Den ersten Unterschied bieten einem bereits einschlägige Wörterbücher. Während man im Deutschen nur Prozente bekommt, wenn man eine Provision bezieht oder einen Rabatt aushandelt, haben die russischen проценты ein weitaus größeres Betätigungsfeld. Sie treten sowohl als rein mathematische Größe auf, die wahrscheinlich auf der ganzen Welt dieselbe Bedeutung hat – nämlich „von Hundert“ -, können aber auch Zinsen, einen Zinssatz, eine Verzinsung oder eine Rendite bedeuten.
Bei all diesen Bedeutungen hilft einem im Zweifel ein gutes Wirtschaftswörterbuch, man sollte nur wissen, wonach man suchen muss und dass „проценты“ eben nicht immer „Prozente“ sind.

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