Über uns

Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V.Litkreis-Logo_blau

Unter den inzwischen etwa drei Mio. Deutschen aus Russland, die in Deutschland leben, gibt es eine Reihe von Autoren, die sowohl auf Russisch als auch auf Deutsch schreiben. Die Gründer des Vereins, Autoren der älteren Generation, hatten teilweise bereits in der Sowjetunion dem Schriftstellerverband der UdSSR angehört und können eine Reihe an literaturästhetisch gelungenen und vom Literaturbetrieb geschätzten Werken vorweisen, sowohl im Genre Lyrik als auch Prosa.  dsc_0118Die bekanntesten Namen dieser Generation sind Nora Pfeffer, Viktor Heinz, Johann Warkentin, Nelli Kossko, Wendelin Mangold, Waldermar Weber oder auch Agnes Gossen-Giesbrecht.

 

Die zweite Gruppe des Vereins besteht aus jüngeren Autoren, die vorwiegend in den 90er Jahren und später nach Deutschland eingereist, teils hier aufgewachsen sind und in ihren literarischen Arbeiten verstärkt Themen wie Integration und Ankommen in der für sie fremden Welt aufgreifen. Dabei berichten sie primär nicht nur von Schwierigkeiten ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft, sondern ebenso von heiteren Seiten, von amüsanten Missverständnissen und Fettnäpfchen bei Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung. Bemerkenswert ist hierbei die typisch russlanddeutsche Humoreske, die etliche dieser Autoren ausgezeichnet beherrschen (Reinhold Schulz, Alexander Reiser, Artur Rosenstern u.a.).

german_martin_hummel_boeppleWährend einige von ihnen bereits in zahlreichen Anthologien, sowohl deutschsprachigen als auch russischsprachigen Literaturzeitschriften veröffentlicht haben und von deutschen Medien mehrfach rezensiert wurden, sind andere noch auf dem Weg dorthin. Im Genre Lyrik sind ausdrucksstark und reif die Texte solcher Autoren wie Irina Malsam, Max Schatz, Eugen Maul oder auch Lalita Bauer.

14500512_1210583882338546_8791308008148924094_oSpricht man heutzutage über die russlanddeutsche Literatur, so kommt man nicht umhin, solche bekannten Namen wie Eleonora Hummel (Chamisso-Preisträgerin), Lena Klassen oder Johann Trupp (Open Mike-Gewinner 2007) zu erwähnen. Zwar sind diese Autoren keine aktiven Mitglieder des Literaturkreises, dennoch stammen sie gebürtig aus der UdSSR, sind deutschstämmig und gehören somit dieser Ethnie an. Mit jedem Jahr kommen neue Namen hinzu, sodass man sagen kann, die Literatur der Deutschen aus Russland findet im deutschen Literaturbetrieb nach und nach Beachtung.

Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, als ein Bindeglied zwischen der russischen und deutschen Kultur zu fungieren. Es gibt sonst kaum eine andere Literaturvereinigung, deren Mitglieder sowohl in den russischen kulturellen Strömungen arg verwurzelt sind als auch zu selber Zeit sich der deutschen Tradition angehörig fühlen (aufgrund der Abstammung). cover_front_page_smallGegründet wurde der Verein bereits im Oktober 1995, mit dem Ziel, die deutschen Autoren aus Russland zu fördern und sie in den deutschen Literaturbetrieb zu integrieren – insbesondere durch Autorenlesungen, Diskussionsrunden, literarische Abende und Durchführung von Autorenseminaren, welche bereits seit fast 20 Jahren ein bis zwei Mal jährlich stattfinden. Zu Autorenseminaren werden erfahrene deutsche und russische Referenten bestellt. Der Verein gibt fast jedes Jahr einen Literaturalmanach mit Beiträgen seiner Autoren und einiger Gäste heraus. Näheres dazu s. unter Almanach.

Im Jahr 2014 wurde unser Verein vom Land Baden-Württemberg mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis 2014 (Förderpreis) ausgezeichnet. (Die Welt berichtete darüber am 17. Oktober 2014. Mehr dazu unter: www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/