Katharina Martin-Virolainens Romandebüt “Die Stille bei Neu-Landau“ – eine Rezension

Vergang’ne Zeiten kehr’n niemals wieder… Doch wenn die Alten das Glas erheben, dann kehrt noch einmal die Jugend zurück. Nur als Margo dieses Ständchen, das Lied Schön ist die Jugend, zu ihrem 80. Geburtstag vernimmt, sind es keine schönen Erinnerungen, die sie einholen. Denn die Jugend ist ihr geraubt worden und irgendwo zwischen der Ukraine, Deutschland und Kasachstan buchstäblich auf der Strecke geblieben …

Ein Gastbeitrag von Tatjana Kohler

Wie viel kann ein Herz ertragen?

„Die Beamtin, die schon einige Jahre Berufserfahrung hatte, war auf solch eine Situation in keiner Fortbildung, in keinem Workshop und in keiner Gruppensitzung vorbereitet worden. Mit zitternder Stimme erzählte sie der alten Dame, dass sie ihren Mann gefunden haben…“

Ich erinnere mich noch genau an die Erzählung „Ein gewöhnlicher Fall“ aus Katharina Martin-Virolainens Erstlingswerk „Im letzten Atemzug“. Damals dachte ich bei mir: Was für ein schweres Los! Zwar hatte es auch unter meinen schwarzmeerdeutschen Vorfahren gewaltsame Trennungen und Verschollene gegeben. Doch dass ein Ehepaar, deren einziges Liebeszeugnis eine gemeinsame Tochter war, den jeweiligen Partner jahrzehntelang für tot hielt? Nein, allein die Gewissheit, dass es solche Leidenswege tatsächlich gab, empfand ich bei der Lektüre schier unerträglich.

Zwei Jahre später versank ich in Katharina Martin-Virolainens Roman-Debüt „Die Stille bei Neu-Landau“ und lernte eine weitaus grausamere Variation desselben Erzählstoffs kennen. Denn plötzlich ist es außer dem alten Mütterchen auch noch seine Schwester, die unter dem Verschwinden des Mannes mit dem Namen Christian Stille ein Leben lang still vor sich hin gelitten hat.

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Unser Autor, Heinrich Rahn, ist am 3. Januar 2022 verstorben

(c) Privat. Familie Rahn

Das Jahr 2022 begann für uns alle mit einer sehr traurigen Nachricht. Heinrich Rahn, unser langjähriges Mitglied, ausgezeichneter Autor und einfach nur ein netter, liebenswürdiger Mensch mit einem großen Herzen ist am 3. Januar im Alter von 78 Jahren plötzlich von uns gegangen.

1943 im Dorf Sparau, Ukraine, in einer deutschen Familie geboren, wurde er als Kind mit seinen Eltern nach Nordsibirien deportiert, später kam die Familie nach Kasachstan, denn die Rückkehr in den Heimatort war ihnen von der kommunistischer Führung verwehrt. In der Stadt Schtschutschinsk absolvierte Heinrich Rahn 1965 eine Ingenieurschule und arbeitete danach in verschiedenen Betrieben als leitender Bauingenieur. Ab 1990 lebte er in Deutschland und war bis zu seinem Ruhestand in verschiedenen Architekturbüros tätig. Zuletzt lebte er in Wiesbaden und konnte sich erst im Ruhestand ganz auf seine schriftstellerische Tätigkeit konzentrieren. Im Geest-Verlag erschienen folgende Romane von ihm: Der Jukagire (2008), Aufzug Süd-Nord (2011), Die Birkeninsel (2018). Heinrich Rahn wurde ab 2015 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert und konnte dank dieser Förderung seinen Roman „Die Birkeninsel“ und die kürzlich erschienene Sammlung „Märchen im Rhein-Main-Gebiet und aus anderen Sphären“ fertigstellen.

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Artur Rosensterns „Die Rache der Baba Jaga“ – eine Rezension

Begegnet man in der heutigen Welt einer leibhaftigen Hexe, so handelt es sich um die Schwiegermutter – so erging es zumindest Gisbert. Eher stolpernd als schreitend wird er zum Helden des deutsch-ukrainischen Liebesromans aus der Feder von Artur Rosenstern. Ein köstliches Lesevergnügen mit  hohem Fremdschäm-Faktor…

Ein Gastbeitrag von Tatjana Schmalz

In Liebesfragen sind keine sinnvollen Ratschläge einzuholen. Andernfalls ließe sich doch die Koexistenz zweier grundverschiedener Spruchweisheiten erklären: „Gleich und gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“. Voller Gegensätze steckt auch die Beziehung zwischen dem Versager Gisbert und der ukrainischen Überfliegerin Julia. Dass ein Mann überhaupt auf eine Maid weit oberhalb seiner Liga schielt, kennt man sonst nur aus russischen Volksmärchen. Darin erobert der Bauernsohn Iwan-Dummkopf auf wundersame Weise die wunderschöne und weise Königstochter, doch der Weg dahin ist natürlich niemals asphaltiert …

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„Aus der Stille kommt das Wort“ – eine Rezension des Erzählbands „Gesammelte Scherben“

von Ida Häusser

„Aus der Stille kommt das Wort.“ So beginnt eine Geschichte aus Melitta L. Roths GESAMMELTE SCHERBEN. Ja, man muss sich Zeit nehmen, sie zu lesen, und die Stille um sich herum am besten mit dazu. Man muss sich auf die Textbruchstücke einlassen – und wird reich belohnt. Sie erzählen so viel.

Die Geschichten folgen keinem roten Faden. Es ist eine Collage aus Zufällig-Gefundenem und Streng-Gehütetem, aus Achtlos-Fallengelassenem und Mutwillig-Zertrümmertem, feines Porzellan aus der Familientruhe neben schwerem Steinzeug der Dorfleute – alles in tausend Öfen gebrannt. Eleganter Silberrand neben Unheilverheißungen, zarte Rosenranken auf rabenschwarzen Vorahnungen, Surreales mit Blümchenmuster neben dem allzu realen Schnurbart-Konterfei auf den Etiketten der zerschlagenen Wodka-Flaschen. Nichts passt zu einander und doch, und doch: Es ist Teil des Ganzen, des Trümmerfeldes der Russlanddeutschen Geschichte.

„Kintsugi“ heißt eine der literarischen Miniaturen, sie beschreibt die japanische Kunst, zerbrochene Teile beim Zusammensetzen mit Gold zu kitten. Schön wär’s! Die russlanddeutschen Schicksale lassen sich nicht kitten, mit keinem Gold der Welt.

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Nelly Däs, eine der bekanntesten russlanddeutschen AutorInnen, ist am 18. April 2021 verstorben

(c) Foto: Nina Paulsen

Wir verneigen uns vor ihrer Lebensleistung!

Nelly Däs, geb. am 8. Januar 1930 als Nelly Schmidt in der deutschen Siedlung Friedenstal in der Ukraine, machte sich bereits in den 70er-Jahren einen Namen als erfolgreiche Erzählerin. In der Zeit ihrer aktiven schriftstellerischen Tätigkeit, etwa von 1968 bis 2002, veröffentlichte sie elf Bücher mit russlanddeutschem Themenbezug. Zwei Bücher von ihr wurden ins Englische übersetzt. Ihr großes Anliegen und Ziel war es, die hierzulande kaum bekannte, leidvolle Geschichte der Sowjet- bzw. Russlanddeutschen an die breite Öffentlichkeit zu tragen. Sie hielt zahlreiche Vorträge und Lesungen in Schulen, öffentlichen Einrichtungen sowie im Rahmen von diversen Tagungen und Konferenzen. Am Beispiel ihrer persönlichen, zäsurreichen Familiengeschichte, aber genauso der vielen anderen Familiengeschichten, die sie in ihren Büchern verarbeitet hatte, konnte sie an die Lesenden und Zuhörenden das Schicksal ihrer Ethnie auf eine genauso unterhaltsame wie plausible Art und Weise vermitteln.

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„Fremd unter seinesgleichen“ – Interview mit Artur Böpple

Seit 25 Jahren gibt der Literaturkreis der Deutschen aus Russland seine „Literaturblätter“ heraus

Interview mit dem Vorsitzenden des Literaturkreises der Deutschen aus Russland, Artur Böpple

Fremd unter seinesgleichen“ (ostbooks Verlag) lautet das Motto des Almanachs 2020, einer Anthologie, die zahlreiche russlanddeutsche AutorInnen generationenübergreifend mit Prosa, Lyrik und biografischen Texten, in Interviews und Rezensionen präsentiert. Die Inhalte der diesjährigen „Literaturblätter der Deutschen aus Russland“ werden durch Bilder und Grafiken von Irina Enns, Igor Galochkin und Lydia Galochkina pointiert betont. Als Herausgeber zeichnen Artur Böpple, das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) und der Literaturkreis der Deutschen aus Russland, der vor 25 Jahren von 14 LiteratInnen aus der ehemaligen Sowjetunion gegründet wurde. 2014 wurde das Engagement des Literaturkreises im Bereich der literarischen Vermittlung russlanddeutscher Kultur und Erfahrung und insbesondere auch für seine Arbeit mit jungen Autorinnen und Autoren mit dem Förderpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg gewürdigt. Die aktuelle Anthologie ist der russlanddeutschen Schriftstellerin Nora Pfeffer gewidmet, die sich von Beginn an im Literaturkreis engagiert und maßgeblich bei der Entstehung der ersten Literaturblätter der Deutschen aus Russland mitgewirkt hat.

Das Motto „Fremd unter seinesgleichen“ wurde nicht zufällig gewählt. Deutschen aus Russland sind Heimatverlust, Entwurzelung und Fremdsein, aber auch Neuverwurzelung und Beheimatung seit Generationen bekannt. Auch Nora Pfeffer musste all diese Erfahrungen, teils auf tragische Weise, durchleben. VadW-Redakteurin Nina Paulsen sprach mit dem Autor und Verleger Artur Böpple, derzeit Vorsitzender des Literaturkreises der Deutschen aus Russland und Mitarbeiter des BKDR, über den Literaturkreis und dessen Almanach sowie die Situation, in der sich die russlanddeutsche Literatur gegenwärtig befindet.

Artur, der Almanach 2020 ist fast auf den Tag genau zum 25. Gründungstag des Literaturkreises der Deutschen aus Russland erschienen. Wenn du auf diese 25 Jahre zurückblickst und kurz zusammenfasst: Welche Bedeutung hat der Literaturkreis für die Entwicklung der russlanddeutschen Literatur von Mitte der 1990er Jahre bis heute? Und wie hat sich der Almanach als Jahrbuch des Literaturkreises inzwischen verändert?

Zunächst muss ich klarstellen, dass ich persönlich leider nicht unmittelbar auf alle 25 Jahre zurückblicken kann, denn ich gehöre erst seit etwa 2010 dem Literaturkreis an und bin seit 2012 in der Redaktion aktiv. Dennoch denke ich, dass ich die Bedeutung und den Einfluss des Literaturkreises auf unsere Literaturszene – sei es anhand von geschriebenen Texten oder von ausgewählten Autorenbiografien – beurteilen kann, wenn auch nur subjektiv und eher exemplarisch. Hauptanliegen des Literaturkreises war ja und ist, unsere Autorinnen und Autoren möglichst zügig in die bundesdeutsche Literaturszene zu integrieren – das ist ein fester Bestandteil unserer Satzung! – , damit wir dort auf verschiedenen Ebenen agieren und von uns bzw. von unserem Schicksal als Bevölkerungsgruppe auf einem professionellen Niveau zu erzählen imstande sind, kurzum, damit wir hierzulande überhaupt wahr-, ernstgenommen und gehört werden.

Ich denke, um den Einfluss des Literaturkreises auf einzelne Autorenbiografien anschaulich zu machen, schildere ich kurz meine persönlichen Erfahrungen als Autor seit dem Zeitpunkt, als ich dem Literaturkreis beigetreten bin. Erst dank der jährlichen Seminare und des darauffolgenden Austausches untereinander verspürte ich in mir den Impuls, Lyrik zu schreiben, und gewann das nötige Selbstvertrauen, eigene Prosa öffentlich vorzutragen. Regelmäßige Lesungen, Vernetzung durch die Publikationen im Jahrbuch und Feedbacks der Kolleginnen und Kollegen taten meinem Wachstum als Autor gut und wirkten sich positiv auf die Motivation aus, die man beim Anpacken von größeren Schreibprojekten braucht. Bald stellten sich die ersten Erfolge ein, Publikationen in diversen Anthologien und teils bekannten deutschen und österreichischen Literaturzeitschriften folgten. Hier und da glückte es mir auch, Wettbewerbe zu gewinnen, wie zum Beispiel den Leverkusener Short-Story-Preis 2015.

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„Du, mein geliebter ‚Russe‘“ – der neue Roman von Nelli Kossko

Eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte

Ein Gastbeitrag von Nina Paulsen

Über 75 Jahre liegt der Zweite Weltkrieg schon zurück, doch nicht alle Wunden sind verheilt, nicht alle Opfer betrauert. Der Krieg hatte die Leben vieler Menschen unbarmherzig zermalmt, darunter auch die der jungen Deutschen in der Ukraine, die mit dem Einmarsch der deutschen Truppen als sogenannte Volksdeutsche zur Wehrmacht einberufen und an die Front geschickt wurden und nach Kriegsende mit entsprechenden Konsequenzen den Sowjets in die Hände fielen. Als Opfer zweier verbrecherischer Systeme – des Hitlerregimes und der Stalindiktatur – mussten sie die Schuld Hitler-Deutschlands bis in ihre letzten Tage sühnen, sie und ihre Kinder.

In ihrem eben erschienenen Roman „Du, mein geliebter ‚Russe‘. Eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte“ (ratio-books Verlag) erzählt die bekannte russlanddeutsche Schriftstellerin Nelli Kossko eine Geschichte, die sich in beiden Ländern abspielt und sowohl tief in menschliche Abgründe blicken lässt als auch die Kraft der Liebe, die die Menschen aufs „Innerste zusammenhält“, bestätigt. Das Buch trägt einen Titel, der gerade in der heutigen Zeit fast provokant klingt, aber auch eine Spannung verspricht, die voller Kontroversen ist. Die Autorin lässt in ihr neues Buch erneut eigene Erfahrungen in reichem Maße einfließen. Weil sich ihre Vergangenheit, die sie immer wieder einholt, nicht verdrängen lässt, teilt Nelli Kossko ihre bitteren wie glücklichen Erfahrungen mit dem Leser und erzählt von denen, für die die Verbannung zur „ewigen Ruhe“ bestimmt war, und von denen, die sich aus dieser Hölle befreien konnten.

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MAX SCHATZ: SONETTENFLECHTER

Eine Rezension von Dr. Wendelin Mangold

Durch seine Sonettenkränze hat Max Schatz, zuletzt in seinem Band „Nihilschwimmer“ (2020), die Messlatte der russlanddeutschen Lyrik hoch gelegt. Nun muss jeder, der sich in unsere Lyrik einreihen will, damit messen lassen laut der Redewendung „Erst die Pflicht, dann die Kür!“ 

Lyrik ist kein Spiel, und wer sich ihrer Formen bedienen will, muss es verstehen, den Inhalt in die entsprechende Form zu gießen. Dabei gibt es einfache Formen wie zum Beispiel die Volksliedstrophe und anspruchsvolle Formen wie zum Beispiel das Sonett. Jede Form hat ihren Ursprung und ihre Geschichte, so auch das Sonett.

(c) privat

Die meisten Dichter der Gegenwart gehen lieber dieser Form aus dem Weg. Schuld daran ist das kritische, negative und ablehnende Verhalten gegenüber dem Sonett der modernen und besonders der postmodernen Poesie. Die zaghafte Rückkehr zum Sonett ist noch nicht so richtig in Gang gekommen, aber immerhin wird ab und zu ein Sonett verfasst. Die Abkehr von der klassischen Form des Sonetts ist zu beklagen, da jeder meint, er wäre ein Dichter allein durch das abfällige Verhalten zum Sonett. Oft wird als modern angesehen, wenn alles über Bord geworfen wird (Rhythmus, Reim, Strophe), als ob ein formloses Gedicht aussagekräftiger wäre, was ein Trugschluss ist.

Wenn schon ein Sonett eine strenge, disziplinierte Form ist, so ist ein Sonettenkranz eine doppelt, wenn nicht dreifach kompliziertere Form, bestehend aus 14 zusammenhängenden Sonetten und dem abschließenden fünfzehnten Sonett, Meistersonett oder italienisch Magistrale genannt. Nicht umsonst heißt diese Form italienisch und englisch „corona“. Also ist sie die Krone unter den lyrischen Formen. Das will schon etwas bedeuten!

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Festschrift für Wendelin Mangold – eine Würdigung zum 80. Geburtstag

Pünktlich zum runden Geburtstag von Wendelin Mangold erschien im BKDR Verlag eine Festschrift, die das Leben und Wirken dieses bekannten Autors ausführlich beleuchtet. Mit diesem Band, dem dritten nach den im ersten Halbjahr 2020 erschienenen Festschriften für Nora Pfeffer und Johann Warkentin setzte das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) seine Festschriftenreihe für bemerkenswerte russlanddeutsche Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller aus Vergangenheit und Gegenwart fort.

Dr. Wendelin Mangold, Autor und eine der prägnantesten Persönlichkeiten der russlanddeutschen Literaturszene, feierte am 5. September 2020 seinen 80. Geburtstrag. Dieses Datum nahm der BKDR Verlag zum Anlass, um in Kooperation mit dem Literaturkreis und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland einen Sammelband herauszugeben. Zum großen Teil sind es Nachdrucke oder Übersetzungen diverser Quellen, viele Artikel stammen aus alten Ausgaben der Zeitschrift Volk auf dem Weg. Einige Beträge wurden jedoch speziell für diese Publikation verfasst. Monografien zum Leben und Schaffen markanter russlanddeutscher Kulturschaffender sind bisher eine Seltenheit. Umso mehr freuen wir uns über die Gelegenheit, diese Publikationsreihe mit einer Würdigung Mangolds ergänzen zu können.

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Eine Würdigung für Johann Warkentin – Festschrift zum 100. Geburtstag im BKDR Verlag erschienen

Mit diesem Jubiläumsband, dem zweiten nach der im Januar 2020 erschienenen Festschrift für Nora Pfeffer, setzt der BKDR Verlag seine Festschriftenreihe für bemerkenswerte russlanddeutsche Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller aus Vergangenheit und Gegenwart fort. Johann Warkentin, geb. 1920 in Spat auf der Krim, wäre am 11.05.2020 hundert Jahre alt geworden. Dieses Datum nahm das BKDR zum Anlass, um in Kooperation mit dem Literaturkreis und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland einen Sammelband herauszugeben, in dem Warkentin selbst spricht und Schriftstellerkollegen, Historiker und Freunde über ihn und sein Werk zu Wort kommen. Zum großen Teil sind es Nachdrucke oder Übersetzungen diverser Quellen, viele Artikel stammen aus alten Ausgaben der Zeitschrift Volk auf dem Weg oder wurden speziell für diese Publikation verfasst.

Monografien zum Leben und Schaffen markanter russlanddeutscher Persönlichkeiten aus dem Bereich Kultur sind bisher eine Seltenheit. Umso mehr freuen wir uns über die Gelegenheit, diese Publikationsreihe mit einer Würdigung Warkentins ergänzen zu können. Persönlich wie auch durch sein Werk hinterließ er tiefe Spuren auf dem Weg zur Wiederbelebung der russlanddeutschen Literaturszene in der Sowjetunion der Nachkriegszeit und seit Anfang der 1980er auch in Deutschland, vorwiegend jedoch nachdem die Mehrheit der russlanddeutschen Autorinnen und Autoren um 1990 und später in die Heimat ihrer Vorfahren zurückgekehrt war. Seine Ermahnungen an die Adresse der nunmehr in Deutschland lebenden jüngeren Kolleginnen und Kollegen, sein hoher Qualitätsanspruch an das geschriebene Wort, seine kritisch-konstruktiven Bemerkungen, beispielsweise in seiner Monografie Geschichte der russlanddeutschen Literatur aus persönlicher Sicht (hrsg. von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, 1999), behalten zum großen Teil bis heute ihre Signifikanz und Aktualität und prägen weiterhin das Schaffen von Autorinnen und Autoren mit russlanddeutschem Hintergrund.

Erschienen im Juli 2020, unter ISBN 978-3-948589-06-6, 304 S., Hardcover, Preis: 14,- EUR

Bestellungen unter E-Mail: kontakt@bkdr.de oder unter Tel.: 0911-89219599.