Kinderbuch „Du bist schwer in Ordnung, Hannah“ von Andreas A. Peters erschienen

Mit dem Buch „Du bist schwer in Ordnung, Hannah“ von dem preisgekrönten Autor Andreas A. Peters eröffnete der BKDR Verlag eine neue Buchreihe, die sich an Kinder verschiedenen Alters richtet. Es sind in dem Buch vernehmlich Kindergedichte und Lieder über Gott und die Welt zu finden…

Ein Buch mit Kindergedichten und Liedern über Gott und die Welt!

Der Autor selbst, dessen Kind nämlich von einer der Trisomie-Formen betroffen ist, gibt allerdings an, es sei ein Buch für Kinder UND Erwachsene. Man merkt den Texten an, dass sich der Autor mit diesem Themenkomplex intensiv beschäftigt hat.

Die renommierte deutsche Literaturzeitschrift „DAS GEDICHT“, in der Andreas A. Peters quasi Stammautor ist, hatte vor etlichen Jahren eine Ausgabe über Religion und Poesie herausgebracht, darin auch einen Teil über religiöse Kindergedichte. Die Ausgabe löste eine sehr positive Resonanz aus und inspirierte Peters, diese Idee weiter zu verfolgen bzw. lyrisch zu verarbeiten. Aus dieser Idee ist dieses Buch entstanden.

Der bekannte russlanddeutsche Autor Wendelin Mangold schreibt im Nachwort zu diesem Buch treffend:

„Er (Autor) weiß, dass Kinder mit Fragen über Gott und die Welt direkt und unbeschwert umgehen können, daher auch oftmals weiser als die Greise sind, da sie noch nicht ganz mit Klischees zugepflastert wurden, einen offenen Blick haben, wenn sie auch noch nicht viel vom Weltall, von Politik, Kriegen, Mord- und Totschlag wissen, noch einen niedrigeren Abstraktionsgrad besitzen als die Erwachsenen und die Welt und die Menschen ausschließlich gut finden.“

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Von Bindungen und Koppeleien

Es ist schon eine Weile her, dass ich beim Lesen einer öffentlich-rechtlichen Videotext-Meldung über den folgenden Satz stolperte: „2019 will dann auch das Hamburger-Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst wieder topfit sein, um den Titel vor heimischer Kulisse zu verteidigen.“

Gut, das berühmte Beachvolleyball-Duo ist nicht mehr zusammen, aber musste man es deshalb damals schon sozusagen verbal zu Hackfleisch verarbeiten?
Dieses Missverständnis macht nämlich der Bindestrich im „Hamburger-Duo“ möglich. Zugegeben, hier hätte eine gendergerechte Sprache helfen können, denn dann wäre es wenigstens ein Hamburgerinnen-Duo gewesen, was jedoch auch nur die halbe Wahrheit gewesen wäre, da keine der Damen Hamburgerin ist. Gemeint war in diesem Fall wohl die Tatsache, dass beide für den Hamburger SV antraten, und genau da liegt nun auch der berühmte Hase im sprichwörtlichen Pfeffer. Um diesem Umstand Ausdruck zu verleihen, hätte es genügt, den Bindestrich einfach wegzulassen, was heutzutage in anderen Zusammenhängen eigentlich eher inflationär anzutreffen ist. Hier aber hätte das Leerzeichen verdeutlicht, dass es sich eben nicht um ein aus Hamburgern bestehendes Duo, sondern um ein Duo aus Hamburg gehandelt hat.

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Lesungen im online-Format sind noch abrufbar

Im Rahmen der „Russlanddeutschen Kulturtage 2021“ der LmDR (NRW) konnten der Landesverband der LmDR NRW und der Literaturkreis der Deutschen aus Russland im Herbst 2021 einige Lesungen im online-Format durchführen. Eine Reihe weiterer Kulturevents bzw. Videos aus der Reihe „Russlanddeutsche Kulturtage 2021“ finden sich auf dem YouTube-Kanal der LmDR (NRW).

Am 30.11.2021 stellten junge AutorInnen Katharina Dück, Juri Bender und Waldemar Masson ihr Schaffen in einer Lesung vor. Lesung sehen …

Am 9.12.2021 wurde der Almanach 2021 unter dem Titel „Im Wandel des WIRs“ vorgestellt, mit Julia Podelo, Andreas A. Peters und Nelli Kossko, moderiert von Artur Rosenstern. Lesung sehen …

„Literarische Nachklänge“ – Hörbuch mit Texten russlanddeutscher Autorinnen und Autoren erschienen

Russlanddeutsche Literatur ist in Deutschland wenig bekannt. Aus diesem Grund konzipierten wir gemeinsam mit der LmDR e. V. im Frühjahr 2021 das Projekt „Russlanddeutsche Literatur online“. In Kooperation mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche (Detmold) entstanden nun professionelle Audioaufnahmen von Texten der Autorinnen und Autoren wie z. B. Nora Pfeffer, Johann Warkentin, Viktor Heinz und vielen anderen. Eingelesen von Martina Leon und Michael Helm. Gefördert wurde das Projekt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Vor allem die älteren Texte von sogenannten „Klassikern“ sind hierzulande entweder nur schwer oder gar nicht zu bekommen. Selbst wenn sie zugänglich sind und hier und da (leider selten im regulären Buchhandel) erworben werden können, wissen nur wenige Literaturkenner diese literarischen Raritäten zu schätzen. Um diesen Texten ein Stück an die breite Öffentlichkeit zu verhelfen, wurde das Hörbuch mit dem Titel „Literarische Nachklänge“ (bestehend aus 2 CDs) produziert. Die Textauswahl zu diesen Aufnahmen basiert auf dem Lesebuch „Russlanddeutsche Literatur“, welches der russlanddeutsche Autor und Germanist Dr. Wendelin Mangold bereits 1999 zusammengestellt hatte.

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Jahrestage über Jahrestage

Wie in jedem Jahr bietet der Jahresanfang auch diesmal eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über anstehende Jubiläen zu verschaffen. So liest man, dass Judy Garland und Doris Day demnächst 100 Jahre alt geworden wären, Molière hingegen bereits 400, Friedrich I. Barbarossa würde nun gar schon 900 Lenze zählen, und E. T. A. Hoffmann ist bereits vor 200 Jahren verstorben.
Wie aber formuliert man all diese Informationen unmissverständlich und sogar mathematisch richtig? Auch wenn die Frage lapidar wirken mag, möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf eingehen, obgleich die Jubiläen bereits Thema eines anderen Blogartikels hier waren. Doch auch in öffentlich-rechtlichen Medien hört man immer wieder Sätze, die einen in dieser Hinsicht aufhorchen lassen. So verkündete beispielsweise kürzlich der Moderator des von mir bevorzugten, auf kulturelle Themen spezialisierten Radiosenders:
„Gustave Flaubert: Heute jährt sich sein 200. Geburtstag.“
Etwas weiter zurück liegt die ebenfalls etwas verblüffende Nachricht:
„Heute jährt sich der 50. Todestag von Adorno.“

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Die letzte Buchveröffentlichung des verstorbenen Autors Heinrich Rahn

Märchen im Rhein-Main-Gebiet und aus anderen Sphären

Eine Märchensammlung

Geest-Verlag 2021

ISBN 978-3-86685-879-4, 160 S.

7 Farbilder, 12,80 Euro

Jeder von uns ist mit Märchen aufgewachsen, Prinzen und Prinzessinnen, die durch wundersame Welten reisen, und mit Hilfe von Kobolden und Zauberern zueinander finden. Wussten Sie jedoch, dass dies nicht nur in fernen, phantastischen Welten geschieht, sondern auch mitten unter uns, im Rhein Main Gebiet? Heinrich Rahn hat auf seinen Wanderungen durch die Wälder rund um Wiesbaden der Natur gelauscht, die ihm ihre Märchen zuflüsterte. Er schrieb sie schnell auf, um sie nicht zu vergessen und hier sind sie für alle, die wissen wollen, wieviel Magie es bei uns gibt. Da sind die Feen von Sauerland, die eine junge Mühlerstochter begleiten und ein Geheimnis ihrer Vergangenheit am weißen Berg im Dotzheimer Wald enthüllen. Und da ist eine trotzige Kletterprinzessin, die auf den höchsten Berg im Frauensteiner Wald klettert und dabei einen Berggeist aufscheucht. Und dann gibt’s da Lucky, einen kleinen schwarzen Kater, der mitten im Dotzheimer Wald lebt und sein Territorium vor Schurken verteidigt. Doch es geht auch in fremde Länder, die der Elben und Elfen und vieles mehr…

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Unser Autor, Heinrich Rahn, ist am 3. Januar 2022 verstorben

(c) Privat. Familie Rahn

Das Jahr 2022 begann für uns alle mit einer sehr traurigen Nachricht. Heinrich Rahn, unser langjähriges Mitglied, ausgezeichneter Autor und einfach nur ein netter, liebenswürdiger Mensch mit einem großen Herzen ist am 3. Januar im Alter von 78 Jahren plötzlich von uns gegangen.

1943 im Dorf Sparau, Ukraine, in einer deutschen Familie geboren, wurde er als Kind mit seinen Eltern nach Nordsibirien deportiert, später kam die Familie nach Kasachstan, denn die Rückkehr in den Heimatort war ihnen von der kommunistischer Führung verwehrt. In der Stadt Schtschutschinsk absolvierte Heinrich Rahn 1965 eine Ingenieurschule und arbeitete danach in verschiedenen Betrieben als leitender Bauingenieur. Ab 1990 lebte er in Deutschland und war bis zu seinem Ruhestand in verschiedenen Architekturbüros tätig. Zuletzt lebte er in Wiesbaden und konnte sich erst im Ruhestand ganz auf seine schriftstellerische Tätigkeit konzentrieren. Im Geest-Verlag erschienen folgende Romane von ihm: Der Jukagire (2008), Aufzug Süd-Nord (2011), Die Birkeninsel (2018). Heinrich Rahn wurde ab 2015 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert und konnte dank dieser Förderung seinen Roman „Die Birkeninsel“ und die kürzlich erschienene Sammlung „Märchen im Rhein-Main-Gebiet und aus anderen Sphären“ fertigstellen.

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Literaturalmanach der Deutschen aus Russland (2021) mit dem Titel „Im Wandel des WIRs“ erschienen

Mit Beiträgen von Julia Schimpf, Katharina Peters, Nelli Kossko, Monika Mannel, Max Schatz, Melitta L. Roth, Sascha Preiß, Katharina Fast-Friesen, Carola Jürchott, Agnes Gossen, Lia Frank, Wendelin Mangold, Sergej Tenjatnikow, Andreas A. Peters, Artur Rosenstern, Sigune Schnabel, Lydia Galochkina, Natalia Breininger, Siggi Liersch, Natalja Kiefel, Waldemar Masson, Rose Ananitschev, Artur Weigandt, Ida Häusser, Marina Rempel, Alexander Reiser, Irene Kreker, Eduard Kessler, Ilona Walger, Annelore Engel-Braunschmidt, Elena Seifert.

Der neue Literaturalmanach der Deutschen aus Russland (2021) mit dem Titel „Im Wandel des WIRs“ ist im Dezember 2021 im BKDR Verlag erschienen.

Historikerinnen und Historiker haben unlängst darauf hingewiesen, dass das Leben und die Kultur der Sowjet- bzw. der Russlanddeutschen in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung der UdSSR bisher nicht ausreichend erforscht sei. Vor diesem Hintergrund haben die Berichte, die z.B. die Kindheit oder das Alltagsleben in der Sowjetunion oder Russland zum Thema machen und die der Literaturkreis der Deutschen aus Russland in seinen Jahrbüchern immer wieder präsentiert, ihren eigenen historischen Wert. Ohne authentische Zeitzeugenberichte und Interviews sowie ohne literarische Darstellungen, wäre die Erforschung der Kulturgeschichte mancher Ethnien und Minderheiten freilich sehr mühsam bis gänzlich unmöglich.

Literarische Darstellungen, Prosa und Lyrik, vorwiegend aus der Feder von zugewanderten Deutschen sowie literaturhistorische Essays von etablierten Literaturwissenschaftlerinnen, Annelore Engel-Braunschmidt und Elena Seifert, runden diese Almanach-Ausgabe des Literaturkreises ab und machen sie zu einer ausgewogenen, wertvollen Mischung für jeden, der sich für den osteuropäischen oder russischsprachigen Kulturraum interessiert. Hrsg. von Artur Böpple und dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. in Kooperation mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (unter redaktioneller Mitarbeit von Carola Jürchott und Melitta L. Roth).

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Sind Einheiten wirklich einerlei?

Das Erste, das uns unser Physiklehrer, ein Urberliner vom alten Schlage, in der 6. Klasse über Geschwindigkeit beibrachte, war die Tatsache, dass die Bezeichnung „Stundenkilometer“, die einem auf den ersten Blick völlig normal erscheint, weil sie sich über viele Jahrzehnte eingebürgert hat, physikalisch falsch ist. Schließlich suggeriert sie, dass die Stunden als Einheit mit den Kilometern multipliziert werden, was natürlich nicht der Fall ist. Korrekt heißt es nach wie vor „Kilometer pro Stunde“, und die entsprechende Einheit wird auch als Bruch geschrieben: „km/h“. Anders verhält es sich bei der Kilowattstunde, deren Symbol „kWh“ tatsächlich ein mathematisches Produkt ausdrückt, denn hier wird wirklich die Einheit Watt (oder in diesem Fall Kilowatt) für die Leistung mit der Zeiteinheit multipliziert. Deshalb ist die im Russischen häufig anzutreffende Schreibweise „кВт/ч“ genauso falsch wie die Bezeichnung „Stundenkilometer“ im ersten Beispiel. Richtig wäre an dieser Stelle ausschließlich „кВт⋅ч“.

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Kennen Sie Karfiol?

Regierungskrisen in Österreich kann man sich von Deutschland aus zugegebenermaßen mit einer gewissen Gelassenheit ansehen. Für mich aber hatte die bisher letzte ihrer Art durchaus interessante Züge, hat sie doch bei mir zu einigem Erkenntnisgewinn auf sprachlicher Ebene beigetragen.
Natürlich weiß ich seit meinem ersten Aufenthalt in der Alpenrepublik vor mehr als 30 Jahren, dass Schlagsahne dort „Schlagobers“ heißt und Blumenkohl „Karfiol“. Schließlich hatte ich bei meinem ersten Blick in eine österreichische Speisekarte das unvergessliche Gefühl, in diesem Fall auch für das Deutsche ein Wörterbuch zu brauchen. (Für alle Liebhaber der Lexikografie: Es gibt tatsächlich ein Wörterbuch Österreichisch-Deutsch.)

Natürlich kann man sich die Bedeutung des „Erdapfels“ im Zweifelsfall erschließen. Schwieriger wird es da schon bei der Tomate, die in Österreich „Paradeiser“ heißt, und spätestens, wenn man in einem Kaffeehaus ein Heißgetränk bestellen möchte, ist man als „Piefke“, wie eingefleischte Österreicher uns Deutsche auch schon einmal ironisch oder abschätzig nennen, geneigt, angesichts der Fülle der „Schwarzen“, „Braunen“, „Einspänner“, „Kapuziner“ und „Verlängerten“ die Waffen zu strecken.

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