Die Sprache ist es, die dem Leser die Geschichte eines Autors vermitteln soll. Sie ist, wie Frisch einst meinte, die „Oberfläche eines literarischen Werkes“. Nun werden die wenigsten Autoren mit einer perfekten Sprache geboren. Und es ist eben diese Komponente, die das künstlerische Potenzial eines Autors ausmacht. Was bleibt dem Autor anderes übrig, als in dieser Sparte die Perfektion anzustreben und immer wieder mit sich kritisch ins Gericht zu gehen und sowieso ständig auf der Suche nach dem perfekten Wort zu sein.
Die sprachlichen Fähigkeiten verbessern
Dazu empfehlen sich verschiedene Übungen, die regelmäßig zu absolvieren sind. Als Autor hört man auch nie damit auf. Das nur vorweg. Sprachliche Kompetenzen kann man zum Beispiel durch Lesen erweitern, durch das Studieren seiner Vorbilder oder von Autoren-Kollegen. In Übungen darf man diese ruhig nachahmen. Noch besser, man parodiert sie, treibt ihre Sprache auf die Spitze, umso besser zu erkenen und zu lernen.
Lektüre aller Couleur
Sprache erweitert man durch Lesen. Und zwar durch das Lesen jedweder Lektüre. Von Sachartikel bis zum Roman, vom Zeitungsartikel bis zur Werbebotschaft. Unbekannte Wörter werden notiert und auch Wörter, die einem gut gefallen. Ein Jargon lässt sich gut aus Interviews in Regionalzeitungen erlernen oder studieren. Noch effektiver ist allerdings die Alltagssprache. Hören Sie den Leuten zu – bei jeder Gelegenheit und jedem Ort. Versuchen Sie, das Gesagte wortwörtlich aufzuschreiben. Viele Worte gehen beim Sprechen verloren. Vor Ort lernt man auch die besonderen Sprachen zum Beispiel der Jugendlichen oder bestimmter Berufsgruppen. Auf www.buchschreiben.com gibt es noch weitere Informationen für angehende Autoren, zum Beispiel wie man einen Buchverlag findet.



Köln. Die Literatur- und Kunstzeitschrift „RHEIN!“, hrsg. vom Verein KUNSTGEFLECHT e.V., widmete ihre Herbstausgabe, Nr. 13, der deutschen Literatur aus Russland. Am 25. November 2016 wurde diese Ausgabe von der Redaktion und einigen in der Ausgabe vertretenen Autoren wie Eleonora Hummel, Artur Rosenstern, Waldemar Weber und Agnes Gossen im Kölner Theater Ensemble Phoenix um 19:30 Uhr im Rahmen des Kunstfestes „KUNST ALS BRÜCKE: DEUTSCHLAND UND RUSSLAND, LITERATUR UND MUSIK“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der bekannte Komponist Bernd Hänschke hatte mit einigen weiteren Musikern aus der Umgebung (Leonhard Beck, Elena Knapp, Alexandra Felder und Martin Bewersdorff) die Lesungen der Autoren musikalisch umrahmt. Unter anderem mit Musik von Alfred Schnittke sowie eigenen Kompositionen auf Texte deutsch-russischer und russlanddeutscher Autoren.
Oerlinghausen. Anfang Oktober 2016 trafen sich 24 Autoren des Literaturkreises der Deutschen aus Russland e.V. zur Tagung und zur Jahresversammlung des Vereins in der Villa Welschen in Oerlinghausen bei Bielefeld. Während der Workshops am 1. Oktober arbeiteten die Autoren in zwei Gruppen. Die Gruppe der Russisch-schreibenden Autoren leitete Larissa Uljanenko, die im Verein für die Redaktion des russischsprachigen Literaturalmanachs zuständig ist. Das Thema ihres Workshops war die Redaktion eigener Texte. Die Autoren bekamen hilfreiche Ratschläge und durften diese direkt im Workshop an ihren Texten anwenden. In der Gruppe der Deutsch-schreibenden referierte zunächst die diplomierte Übersetzerin aus Berlin Carola Jürchott, die bereits Lehraufträge an der Humboldt-Universität hatte, über die Möglichkeiten der Darstellung des Lokalkolorits und seiner Wiedergabe bei der Übersetzung und beim Verfassen von literarischen Texten.
Im März dieses Jahres erschien im Anthea Verlag eine Anthologie, die seit 1995 in fast regelmäßiger Folge vom Literaturkreis der Deutschen aus Russland herausgegeben wird.
Nach der Veröffentlichung des vierbändigen literarischen Nachlasses des deutschen Lyrikers Norbert Leuschner, „Gedankensplitter“, im Jahr 2014 im Robert Burau Verlag hat die Autorin und Übersetzerin Katharina Kucharenko nun im Lichtzeichen Verlag ein sehr persönliches Buch mit Kurzgeschichten, eigenen Gedichten sowie Nachdichtungen deutscher und russischer Lyrik und Lieder aufgelegt. Die hohe Kunstfertigkeit ihrer Nachdichtungen wurde 2011 mit dem William Shakespeare Diplom ausgezeichnet. In ihren Erinnerungen beschreibt die Nachfahrin von aus der Ukraine vertriebenen Russlanddeutschen eine arme, aber glückliche Kindheit in Sibirien, in der ein kleines Stückchen Zucker das Glück bedeutete. Eindringlich schildert sie das Zusammenleben der Deutschen und Russen während und nach Vertreibung, Deportation und Enteignung, die spontane Solidarität und Nachbarschaftshilfe in Zeiten größter Not.