Es scheint, die Zeit der narrativen Lyrik sei endgültig vorbei, was aber kein Grund ist, sie total abzuschreiben und ihr den Rücken zu kehren. Die Lyrik wird immer assoziativer und verrätselter bis zu pathologischen Auswüchsen, bald dicht an der Grenze der krankhaften Absurdität und Fantasie, wenn nicht gar wahn- und irrsinnig, fast nach dem Prinzip je oller desto doller. Und das fordert bestimmt den traditionellen und konventionellen Lyrik-Leser immer mehr heraus. Tatsache ist auch, dass der Lyrik im literarischen Prozess nur noch eine Nischenrolle zugeteilt wird. War früher Krimi-Literatur Ausnahme, ist die Zeit der Horror- Fantasie- und Science-Fiction-Literatur seit Jahrzehnten ungebrochen auf dem Vormarsch und der Büchermarkt regelrecht überschwemmt.
Nun kommen wir zur Lyrik des Dichters Andreas Peters, vorgestellt in diesem Band. Ist Peters ein schwieriger und unverständlicher Dichter? Ich würde das nicht sagen. Nicht vordergründig – ja, unverständlich – nein. Denn viele seiner Gedichte sind Entdeckungen und Überraschungen. Er schnürt und bündelt seine Gedichte nicht mit roten Fäden des Endreims und baut nicht unbedingt strenge Strophenkästen und vergeht sich nicht unbedingt in dem leierhaften syllabotonischen Versbau. Aber was hält dann seine Texte zusammen? Eine gerechte Frage. Das sind kaum bemerkbare Stränge, vergleichbar mit Gehirnsynapsen, da Peters ein einfühlsamer und feingesponnener Mensch, oder chirurgische Nahtstichen, da Peters ausgebildeter Krankenpfleger ist und viele Jahre in diesem Bereich hauptberuflich tätig ist. „LYRISCHER MAGNETISMUS oder „Mitteilungen einer Saatkrähe“ von Andreas Peters“ weiterlesen