Mit Korrekturen ist es so eine Sache. Wenn sie berechtigt sind, sind sie natürlich sehr hilfreich und bringen ein Werk voran, weshalb die Frage in der Überschrift auch keinesfalls auf eine Hierarchie zwischen den an der Entstehung eines Textes beteiligten Personen hindeuten soll. Dennoch sind auch Korrektoren nur Menschen und daher nicht unfehlbar. Dessen sollten sich beide Seiten – Korrektor und Autor – stets bewusst sein und, wenn sie sich nicht hundertprozentig sicher sind, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nachschlagen.
Genau so erging es mir kürzlich, als ich einen von mir übersetzten literarischen Text korrigiert zurückbekam. Bei der Durchsicht der Korrekturen stellte ich fest, dass sich ein großer Teil von ihnen auf die Kommasetzung zwischen zwei Adjektiven bezog. So war aus meiner Formulierung „sein glänzendes perlweißes Fell“ nun „sein glänzendes, perlweißes Fell“ geworden und aus einem „dünnen blutroten Streifen“ ein „dünner, blutroter Streifen“.
Sollte ich mich so getäuscht haben? Ich hätte schwören können, dass zwischen zwei Attributen nur dann ein Komma gesetzt wird, wenn es sich um gleichrangige Adjektive handelt, zwischen denen ebenso gut ein „und“ stehen könnte.